Klimawandel & Waldsterben – Folgen für Region Ahrgebirge?

Wanderer im Harz am Brocken – Sommer 2019

Nach zwei trockenen Sommern 2018/2019 und steigenden Temperaturen sind eine Reihe von Waldgebieten in Deutschland geschädigt – insb. Fichten Monokulturen – im Harz, Niedersachsen, Thüringen und Bayerischen Wald. Große Baumplantagen sind verdorrt und/oder durch Schädlings-/Pilzbefall sowie Sturmbruch abgestorben.

Beispiele          *Niedersachsen                                           *Bayerischer Wald

Auch im Sahrbachtal/Ahrgebirge sind Waldschäden zu verzeichnen; wegen der vorherrschenden Mischwälder und weniger intensiver Forstwirtschaft – allerdings in geringerem Ausmaß.

z. B. *Fichtendürre Sahrbachtal      *Baumbruch Hochthürmen       *Kahlschlag bei Burgsahr

In der letzten Freundeskreis Vorstandssitzung am 10.9. wurden die Waldschäden und ihre Folgen für das Wandergebiet Sahrbachtal länger diskutiert. Man war sich einig, dass der Klimawandel primär den Intensivanbau schnell wachsender Flachwurzel-Gehölze tangiert u. a. Gemeine Fichte, in den ursprünglich nicht heimischen Mittellagen, wie der Eifel. Der meist plantagenartige Anbau dieser Gehölze erfordert bei stärkerer Veränderung von Temperatur und Niederschlag ähnliche Maßnahmen, wie bei der Intensiv-Landwirtschaft für Mais oder Obst d. h. Bewässerung, Dünger, Pestizide. Eine naturnahe, nachhaltige Bepflanzung (divers) mit heimischen Baumarten (ggf. ergänzt um resistente Tiefwurzler aus Trockenregionen) könnte hingegen das bedrohliche „Waldsterben“ aufhalten – siehe auch Diskussion (unten)

(RP-online) „Klöckner will den Wald umbauen und Millionen neuer Bäume pflanzen“

(Spiegel) „Das Ende der Plantagenwirtschaft Fichtenwald“

(SZ) „Naturnahe Waldbewirtschaftung“

(Geo) „Waldsterben 2.0“

Wir hoffen, dass Waldeigner und Forstwirte unserer Region den Beispielen naturnaher und nachhaltiger Waldentwicklung folgen – auch wenn damit längere Zeiträume wirtschaftlich zu überbrücken sind. Die Initiativen für naturnahen Wald (u. a. Peter Wohlleben, Wershofen) und erste Reaktionen unserer Waldeigner (u. a. Meilicke, Bonn/ Hochthürmen) stimmen jedenfalls positiv.

2 Antworten auf “Klimawandel & Waldsterben – Folgen für Region Ahrgebirge?”

  1. Ja, „blutende Herzen“ sind angebracht – angesichts Millionen sterbender Lebewesen um uns herum – wie Insektensterben (Bayer Monsanto), Schreddern aller männlichen Kücken oder aktuell das „Waldsterben 2.0“. Unsere Wälder sind aber kaum Natur – sondern Wirtschaftswald. Die von den Preußen auch im Rheinland einst eingeführten Fichtenmonokulturen sind dabei der schlimmste Auswuchs; sie leben in einigen Regionen als Neupflanzungen der „Weihnachtsbaum-Ideologen“ weiter. In Zukunft wird wohl eher der Misch- und Buschwald überleben, mit tiefer wurzelnden Bäumen.

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